Primaten Schimpanse

Von unserem nächsten Verwandten
trennen uns nur 1,3 Prozent –
so gering ist der genetische Unterschied
dieses Primaten zum Menschen.
Eine Begegnung mit Schimpansen in
freier Wildbahn ist daher
hochemotional und -spannend.

Schimpanse – unser genetischer Bruder

Ein Schimpanse im Zoo ist fast schon nichts Besonderes mehr. Diese Primaten aber in Freiheit in ihrem natürlichen Lebensraum im mittleren Afrika zu erleben ist etwas völlig anderes. Zum Beispiel beim Schimpansen Trekking in Ruanda, genauer gesagt im Nyungwe Forest. Hier leben die Affen, die uns Menschen von allen am ähnlichsten sind: Die genetische Übereinstimmung zwischen dem Schimpansen, dessen Name in der indigenen Sprache “Schein-Mensch” bedeutet, und dem Homo sapiens beträgt 98,7 Prozent.

SCHIMPANSEN TREKKING:
EIN EMOTIONALES ABENTEUER

Die Wanderung durch den Bergregenwald wird von einem erfahrenen Guide begleitet und erfolgt mit größtem Respekt vor den Tieren. Vermutlich werden Sie die Schimpansen am ehesten hoch oben in den Baumwipfeln erblicken, denn hier halten sie sich bevorzugt auf. Sie sind Meister des Kletterns, dann und wann aber auch am Boden unterwegs, wo sie sich im so genannten Knöchelgang fortbewegen, das heißt sie stützen sich dabei mit den mittleren Fingergliedern ab. Gut möglich, dass Sie sie hören, bevor Sie sie sehen. Denn Schimpansen machen gerne ordentlich Lärm: Sie verständigen sich durch ohrenbetäubende Schreie und trommeln auf Äste. Die Affen sind tagaktiv und schlafen nachts in den Bäumen, wo sie sich jede Nacht ein neues Blätternest bauen. Blätter stehen auch auf ihrem Speiseplan, den größten Anteil ihrer Ernährung machen jedoch Früchte und Nüsse aus. Zudem fressen Schimpansen Blüten, Samen, Insekten und ab und zu kleinere Säugetiere wie Fledermäuse. 

Es gibt zwei Arten von Schimpansen. Da ist zunächst der Gemeine Schimpanse, welchen Sie auf unseren Reisen in Uganda, Ruanda und Tansania live in Aktion erleben können und der darüber hinaus auch im Kongo lebt. Dann gibt es noch den Bonobo, welcher nur im mittleren und südlichen Teil des Kongo vorkommt. Der Kongo-Fluss bildet eine unüberwindbare Grenze für die beiden Arten und trennt sie voneinander, denn sie können nicht schwimmen. Bonobos und Gemeine Schimpansen lassen sich dadurch unterscheiden, dass letztere ein helleres Gesicht und kürzere Haare am Kopf haben. Sie werden zwischen 100 und 170 Zentimetern groß; Weibchen erreichen 25 bis 50 Kilogramm Körpergewicht, Männchen 35 bis 70 Kilogramm. Im Aussehen der Schimpansen können Sie unglaubliche Ähnlichkeiten zum Menschen feststellen. Ihr Minenspiel ist beeindruckend, ihr Blick berührend. Gerade dieses Wiedererkennen eines Teils von sich selbst in den Tieren macht den Reiz eines Schimpansen Trekkings aus. 

SCHIMPANSENLEBEN:
ANGRIFF, VERTEIDIGUNG, LIEBE, KULTUR

Nicht minder spannend ist das Sozialverhalten der Schimpansen. Sie leben in heterogenen Gruppen verschiedener Größen, teilweise geschlechtlich gemischt, teilweise getrennt. Es gibt aber auch Einzelgänger. Besonders bezeichnend ist die strikte Rangordnung innerhalb des Verbands, die sich vom obersten Anführer beinahe militärisch nach unten fortsetzt. Während es bei den Bonobos auch matriarchalisch organisierte Gemeinschaften gibt, sind bei den Gemeinen Schimpansen die Männchen dominant. Hier kommt es auch vergleichsweise häufiger zu Auseinandersetzungen. Territorien werden gegenüber anderen Schimpansengruppen vehement verteidigt. Dabei gibt es mitunter auch Todesopfer, ab und an ebenfalls bei Konflikten innerhalb ein und desselben Verbands. Doch die Schimpansen können auch anders. Behutsam pflegen sie sich gegenseitig ihr Fell. Sie schließen Allianzen, halten zusammen und verteidigen ihre Kumpels. Zudem lässt sich eine starke Bindung zwischen Müttern und ihren Kindern beobachten, die bis zum Alter von etwa 5 Jahren gestillt werden und auch danach noch länger bei ihrer Mutter bleiben. Als Babys klammern sie sich an deren Bauch, später halten sie sich an ihrem Rücken fest. Mit circa 13 Jahren beginnen Schimpansen sich fortzupflanzen. In freier Wildbahn werden sie bis zu 40 Jahre alt. Bemerkenswert ist naußerdem, dass Schimpansen die Kenntnisse, die sie im Laufe ihres Lebens erlangen – zum Beispiel, was genießbare oder heilende Pflanzen und den Gebrauch von Werkzeugen betrifft – von Generation zu Generation weitergeben, so dass sich in den einzelnen Verbänden eine richtige Kultur herausbildet.   

STARK GEFÄHRDETE VERWANDTE:
REISEN ZUM SCHUTZ DER SCHIMPANSEN

Schimpansen bieten der Wissenschaft gerade aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu uns Menschen immer wieder neue spannende Ansatzpunkte – im positiven Sinne wie in der Arbeit der Verhaltensforscherin Jane Goodall, die sich sehr für ihren Schutz und den der Natur im Allgemeinen einsetzt, aber leider auch in negativer Hinsicht, indem immer noch Tierversuche an ihnen durchgeführt werden. Die größte Gefahr für die freilebenden Schimpansen ist die Zerstörung ihres Lebensraums durch Rodung und Umweltverschmutzung. Aber auch von durch Menschen eingeschleppte Krankheiten sind sie bedroht. Deshalb wird auf unseren Expeditionen zu diesen als stark gefährdete Spezies eingestuften Primaten auch äußerst vorsichtig vorgegangen. Teile der Einnahmen daraus fließen in Projekte zu ihrem Schutz. Es gilt also die Balance zu halten zwischen dem notwendigen Abstand und der Nähe zu diesen Tieren, die unsere nächsten Verwandten sind. Möchten Sie mehr über Schimpansen und ihren Lebensraum erfahren und ihnen in ihrem natürlichen Lebensraum Auge in Auge begegnen? Wir beraten Sie von Herzen gerne persönlich zu einer unvergesslichen Reise inklusive Schimpansen Trekking, mit der Sie einen wichtigen Beitrag zum Fortbestand dieser schlauen, bewegend menschlichen Affen leisten.  

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